Grenzen setzen

Grenzen setzen

Jeden Tag werden 100te Lebensweisheiten gepostet, die mentale Stärkung, gute Laune und Positives Denken bewirken (sollen). Ich bin selbst ein Riesen Fan solcher Zitate, Sprüche und Sätze, denn sie tun einfach richtig gut.

Gleichzeitig haben wir uns gedacht, dass es doch auch spannend wäre, dem ganzen ein wenig tiefer auf die Spur zu gehen und zu analysieren, was von Seiten von Mentaltraining, Psychologie und Hirnforschung noch dahinter steckt…

Der Spruch dieser Woche zum Beispiel hat viel mit dem Thema Grenze setzen zu tun. Und dass Grenzen setzen wichtig ist wissen wir für uns vermutlich alle (zumindest in manchen Situationen), aber warum fällt es so schwer, Grenzen zu ziehen? 

Das hat in erster Linie mit in uns abgespeicherten Überzeugungen („Ich muss freundlich sein.“, „Ich muss anderen helfen.“, „Ich muss perfekt sein.“, „Ich muss funktionieren.“) zu tun, die wir in der Psychologie Glaubenssätze oder Beliefs nennen. Und diese sind unglaublich mächtig. Sie zu verändern ist nicht immer ganz leicht, weil sie vielfach schon aus der Kindheit, aus unserer familiären und kulturellen Prägung entstehen.

Und selbst wenn es uns gelingt, sie zu hinterfragen und neu zu prägen (zB in einer Mentaltrainingseinheit ;-), stehen wir ja nicht ganz alleine auf dieser Welt, sondern sind Teil eines Systems, auf das sich diese Veränderung auch auswirkt. Und wenn ich nicht mehr immer für alle anderen da bin, weil ich mich selbst ernst nehme und wenn ich nicht perfekt bin, weil ich auch mal meine Ruhepausen brauche und wenn ich einmal nicht so funktioniere, wie andere es von mir gewöhnt sind, dann ist es durchaus möglich, dass es für andere zumindest kurzfristig zu einer Verschlechterung kommen kann. Denn natürlich profitieren andere davon, wenn man seine Energien nicht für sich, sondern für sie aufwendet.

Allerdings ist das ein kurzfristiges Denken von beiden Seiten. Denn langfristig weiß man aus der Resilienzforschung sehr genau, wie wichtig es ist auf seine eigenen Ziele und Grenzen zu schauen, und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Nur dann kann man nachhaltig auch für andere da sein und sicherlich möchte niemand, der uns nahe steht dass wir langfristig über unsere Grenzen gehen und uns selbst ausbeuten.

Also: well said and approved!

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